Astronomische Ereignisse Juli 2026: Aphel, Sommermilchstraße, Alpha Capricorniden und Südliche Delta Aquariden

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Eventi Astronomici Luglio 2026: Afelio, Via Lattea Estiva, Alpha Capricornidi e Delta Aquaridi

Juli 2026: längere Nächte, Sommermilchstraße im Zenit und Vorspiel auf die Perseiden

Juli 2026 bringt gegenüber dem Vormonat eine gute Nachricht: Nach der Sommersonnenwende am 21. Juni werden die Nächte wieder länger und die astronomische Dunkelheit gewinnt schrittweise an Umfang. Gegenüber der Sonnenwende gewinnt man in der zweiten Monatshälfte bereits 30–50 Minuten mehr Dunkelheit – genug für ein echtes astronomisches Dunkel rund um Mitternacht. Das Planetenbild wandelt sich grundlegend: Jupiter verschwindet vom Himmel, vom Sonnenlicht verschluckt vor seiner Konjunktion am 29. Juli, während Saturn immer früher am östlichen Horizont aufgeht und auf die Opposition im Oktober zuläuft und Venus immer strahlender im Westen nach Sonnenuntergang leuchtet. Das dominierende visuelle Thema ist die Sommermilchstraße, die im Juli ihre größte Pracht entfaltet, mit dem galaktischen Kern im Schützen, der in den zentralen Nachtstunden gut auf dem Meridian steht. Im Programm: das Aphel der Erde am 6. Juli, die beeindruckende Morgenszenerie am 11. Juli mit Mond, Mars und den Plejaden, die Beinahe-Bedeckung von Antares am 24. Juli sowie der doppelte Meteoren-Höhepunkt Ende des Monats mit Alpha Capricorniden und Südlichen Delta Aquariden.

Juli 2026 auf einen Blick

  • 6. Juli: Aphel der Erde (152.088.063 km von der Sonne) – Mond nahe Neptun, Saturn in der Nähe (Morgenhimmel)
  • 7. Juli: Letztes Viertel + Mond nahe Saturn in den Fischen (Morgenhimmel)
  • 11. Juli: Mond, Mars und die Plejaden im Stier (Morgenhimmel) ⭐
  • 14. Juli: Neumond – bestes Deep-Sky-Beobachtungsfenster des Monats
  • 17. Juli: Mond nahe Venus (Abendhimmel)
  • 21. Juli: Erstes Viertel
  • 24. Juli: Mond 0°33' von Antares – Beinahe-Bedeckung
  • 29. Juli: Vollmond (Hirschmond – tief am nördlichen Horizont) + Jupiter in Sonnenkonjunktion
  • 30.–31. Juli: Doppelter Meteoren-Höhepunkt Alpha Capricorniden + Südliche Delta Aquariden

Mondphasen und Beobachtungsplanung

Die Mondphasenverteilung im Juli 2026 begünstigt klar die erste Monatshälfte für Deep-Sky-Beobachtungen. Nach dem Letzten Viertel am 7. Juli verdunkelt sich der Himmel rasch bis zum Neumond am 14. Juli (11:43 Uhr MESZ): Das Fenster zwischen dem 10. und 18. Juli bietet die besten Bedingungen des Monats, mit Nächten, die spürbar länger sind als zur Sonnenwende. In der zweiten Monatshälfte kehrt der Mond als dominanter Akteur zurück, mit dem Ersten Viertel am 21. Juli und dem Vollmond am 29. Juli (16:35 Uhr MESZ), der den Monat beschließt.

  • 7. Juli: Letztes Viertel
  • 14. Juli: Neumond (11:43 Uhr MESZ) – Mond nahe Perigäum: 360.141 km
  • 21. Juli: Erstes Viertel
  • 29. Juli: Vollmond (16:35 Uhr MESZ) – Hirschmond

Der Vollmond vom 29. Juli trägt traditionell den Namen Hirschmond, ein aus der Algonkin-Tradition stammender Name, der auf den Zeitraum verweist, in dem das Geweih der Hirsche vollständig ausgebildet ist. Für Beobachter in Norditalien steht dieser Vollmond ungewöhnlich tief am südlichen Horizont: Im Hochsommer befindet sich der Vollmond – der Sonne gegenüber – im Sternbild Steinbock und spiegelt damit die geringe Sonnenhöhe des Winters wider. Der visuelle Effekt ist ein großer, orangegelber Mond knapp über dem Horizont – besonders fotogen über Meereslandschaften oder Lagunen.

Wichtiger Hinweis für die Planung: Der 29. Juli fällt gleichzeitig mit der Sonnenkonjunktion von Jupiter zusammen. Der Gasriese ist für den gesamten Monat Juli vollständig unsichtbar. Er taucht erst ab August wieder am Morgenhimmel auf, mit stetig besser werdender Sichtbarkeit bis zum großen Ereignis des 12. August 2026 – totale Sonnenfinsternis, planetare Ausrichtung und Perseiden-Maximum.


6. Juli — Aphel der Erde: am weitesten Punkt von der Sonne entfernt

Am 6. Juli 2026 um 18:00 Uhr UTC erreicht die Erde das Aphel, den Punkt ihrer elliptischen Umlaufbahn mit der größten Sonnenentfernung: 152.088.063 km. Der Unterschied zum Perihel zu Jahresbeginn (3. Januar, ca. 147.100.000 km) beträgt rund 5 Millionen km, also etwa 3,4 % mehr Abstand.

Ein zunächst paradox erscheinender Sachverhalt für Menschen auf der Nordhalbkugel: Wir haben den größten Abstand zur Sonne genau im Hochsommer, während der Winter dem Perihel entspricht. Die Jahreszeiten werden durch die Neigung der Erdachse (23,4°) bestimmt, nicht durch den Sonnenabstand. Im Juli ist die Nordhalbkugel der Sonne zugewandt, sodass sie höher am Himmel steht und länger scheint. Der Abstandsunterschied beeinflusst dagegen die Orbitalgeschwindigkeit (zweites Keplersches Gesetz): Nahe dem Aphel bewegt sich die Erde langsamer, weshalb der Nordsommer rund vier Tage länger dauert als der Nordwinter.

Für die Solarastronomie (mit zugelassenen AstroSolar-Filtern oder äquivalenten): Am Aphel erscheint die Sonnenscheibe rund 3 % kleiner als zum Perihel im Januar. Der Unterschied ist mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar, jedoch mit kalibrierten Aufnahmen messbar – ein lehrreiches Projekt für alle, die Sonnen-Imaging mit einem dedizierten Teleskop betreiben und den direkten Vergleich zwischen Perihel (Januar) und Aphel (Juli) dokumentieren möchten.


Morgenhimmel: Saturn, Mars, Mond und die Plejaden (6.–11. Juli)

Die erste Juliwoche bietet eine reichhaltige Abfolge von Ereignissen am Morgenhimmel, während der abnehmende Mond die Zone der Morgenplaneten durchquert. Sowohl Saturn als auch Mars sind vor der Morgendämmerung im Osten sichtbar: Saturn im Sternbild Fische, Mars im Stier.

  • 6. Juli, ca. 2:00–4:00 Uhr: Der abnehmende Halbmond (ca. 60 % beleuchtet) passiert Neptun (Magnitude 7,7) im Sternbild Fische. Mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop ist die bläuliche Scheibe des fernsten Planeten auffindbar; in unmittelbarer Nähe leuchtet bereits Saturn (Magnitude 0,7), mit bloßem Auge als stabiler, leicht gelblicher Punkt problemlos erkennbar.
  • 7. Juli, ca. 1:00 Uhr bis zur Dämmerung: Das Letzte Viertel fällt zusammen mit dem Mond nahe Saturn in den Fischen. Das Paar ist ab 1:00 Uhr am östlichen Horizont sichtbar und steigt bis zur Morgendämmerung. Am Teleskop ist der Halbmond neben den weit geöffneten Saturnringen – die in Erwartung der Oktober-Opposition immer beeindruckender werden – ein visuell sehr dankbares Motiv und ein lohnender Einstieg in das Planetenimaging.
  • 11. Juli, ca. 4:00–5:30 Uhr: Morgenszenerie im Stier, die man nicht verpassen sollte: Die schmale abnehmende Mondsichel (ca. 15 % beleuchtet), der rote Mars (Magnitude 1,4) und der Plejaden-Sternhaufen (Magnitude 1,2) versammeln sich in derselben Himmelsregion – alle mit bloßem Auge sichtbar und bequem in einem 10×50-Fernglas zu sehen. Ebenfalls in der Nähe befindet sich Uranus (Magnitude 5,8), mit dem Fernglas erreichbar. Das Rotbraun des Mars und das Blau-Weiß der Plejaden bieten einen Farbkontrast, der sich sowohl für Weitwinkelaufnahmen mit Landschaft als auch für ein Teleobjektiv ab 200 mm eignet.

Saturn im Juli: Der Ringplanet entwickelt sich zum großen Protagonisten des Herbsthimmels. Die Opposition am 4. Oktober 2026 ist noch entfernt, aber Saturn bietet bereits im Juli lohnende Bedingungen für planetares Imaging am Morgenhimmel mit Planetenkamera und Video-Stacking. Die Ringe, die sich im Vergleich zu den Vorjahren zunehmend öffnen, liefern eine strukturreiche Ansicht, die auch ohne perfektes Seeing eine produktive Session rechtfertigt. Mars, Magnitude 1,4, ist noch weit von seiner Opposition (erwartet Anfang 2027) entfernt, aber seine charakteristische Rotfärbung ist sofort unverwechselbar.

Merkur, der im Juni mit seiner größten östlichen Elongation die Abendszenerie dominiert hatte, befindet sich im Juli in rückläufiger Bewegung und taucht rasch ins Sonnenlicht ein: Er ist für den gesamten Monat nicht beobachtbar.


Venus beherrscht den Abendhimmel: Mond und Venus am 17. Juli

Während Saturn und Mars den Morgenhimmel prägen, ist Venus (Magnitude −3,8) die unangefochtene Königin des Abendhimmels. Der hellste Planet des Sonnensystems ist nach Sonnenuntergang im Westen sichtbar und steht zunehmend höher am Horizont auf dem Weg zur größten östlichen Elongation am 15. August. Ab dem 9. Juli befindet sich Venus im Sternbild Löwe und leuchtet in den Dämmerungsstunden mit unverwechselbarem Glanz.

17. Juli: Die zunehmende Mondsichel (ca. 15–20 % beleuchtet) passiert Venus am Abendhimmel. Die zarte Mondsichel neben dem hellsten Planeten des Himmels gehört zu den fotogensten Motiven der Amateurastrononomie – ideal für Stativfotografie mit Weitwinkelobjektiv, wobei der von der Dämmerung beleuchtete westliche Horizont einbezogen wird. Mit einem Teleobjektiv ab 200 mm passen Sichel und Venusscheibe in dasselbe Bildfeld für besonders ausdrucksstarke Aufnahmen.

Am Teleskop zeigt Venus im Juli eine deutlich erkennbare Phasengestalt: Da sie sich noch vor der größten Elongation befindet, ist die Scheibe nicht mehr ein bloßer Punkt, sondern zeigt eine Phase zwischen Halbmond und Gibbous, die allmählich zunimmt. Juli 2026 ist eines der besten Sichtbarkeitsfenster des Jahres für die Phasenbeobachtung der Venus am Teleskop: Der Planet steht hoch am Abendhimmel, die Phase ist charakteristisch, und die verfügbaren Beobachtungsstunden nach Sonnenuntergang reichen für eine entspannte Session. Bereits mit einem 60–80-mm-Refraktor bei 50–100-facher Vergrößerung ist die Phase gut erkennbar und stets überraschend.


24. Juli — Mond und Antares: Beinahe-Bedeckung

Am Abend des 24. Juli nähert sich der abnehmende Gibbous-Mond (ca. 81 % beleuchtet) auf nur 0°33' an Antares (α Scorpii, Magnitude 1,0) heran, dem hellsten Stern im Skorpion und einem der rötlichsten Sterne am Nordhimmel. Eine Trennung von 0°33' entspricht etwa einem Monddurchmesser: Der Stern streift den Mondrand in einer Beinahe-Bedeckung von großer visueller Wirkung.

Der Name Antares – vom griechischen „Rivale des Mars" – leitet sich von seiner ausgeprägten orangeroten Farbe und der mit dem Roten Planeten vergleichbaren Helligkeit ab. Es handelt sich um einen roten Überriesen, dessen Durchmesser so enorm ist, dass er die gesamte Marsumlaufbahn um die Sonne umfassen würde – ein Objekt, das visuelle Schönheit mit astronomischer Faszination verbindet. In einigen Regionen der Erde findet sogar eine echte Bedeckung von Antares durch den Mond statt (sichtbar von der Antarktis, Südgeorgien und den Falklandinseln), während von Italien aus der Stern den Mondrand in einer spektakulären Beinahe-Bedeckung streift.

Mit einem 10×50-Fernglas ist die Szene eindrucksvoll: die nahezu volle Mondscheibe neben dem orangeroten Antares, vor dem reichen Hintergrund des Skorpions. Am Teleskop lässt sich bei gutem Seeing die schrittweise Annäherung und dann Entfernung des Mondes vom Stern gut verfolgen. Ungefähre Uhrzeit für Norditalien: Das Paar ist ab Einbruch der Dunkelheit gegen 22:00 Uhr MESZ tief am südöstlichen Horizont sichtbar, mit dem engsten Abstand in den darauffolgenden Stunden. Die genaue Uhrzeit für den eigenen Standort sollte mit Software wie Stellarium überprüft werden.


Meteorströme: Alpha Capricorniden, Delta Aquariden und Perseiden-Vorspiel

Juli ist der Übergangsmonat zur großen sommerlichen Meteorensaison. Wie die Meteoren-Sektion der Unione Astrofili Italiani (UAI) darlegt, zeichnet sich Juli 2026 durch eine besonders günstige erste Monatshälfte aus – dank abnehmendem Mond und Neumond am 14. – während die zweite Hälfte durch das zunehmende Mondlicht bis zum Vollmond am 29. beeinträchtigt wird.

  • Alpha Capricorniden (CAP) — Hauptakteure des Monats zusammen mit den Delta Aquariden. Die Zenitstundenrate (ZHR) ist moderat, selten über 5–10 Meteore pro Stunde, aber dieser Strom ist berühmt für spektakuläre, sehr helle Feuerbälle, die oft auch aus städtischen Gebieten sichtbar sind. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Steinbock auszustrahlen und sind besonders eindrucksvoll in den zentralen Nachtstunden, wenn der Radiant hoch genug über dem südlichen Horizont steht. Der Höhepunkt liegt zwischen dem dritten Julidrittel und dem 31. Juli, mit dem Maximum um den 30. Juli.
  • Südliche Delta Aquariden (SDA) — Der Hauptstrom des Juli–August, mit einem theoretischen Spitzenwert von 20–25 Meteoren pro Stunde unter Idealbedingungen, generell schnelle Meteore mit häufigen anhaltenden Leuchtspuren. Leider fällt der Doppel-Höhepunkt vom 30.–31. Juli 2026 in die Nähe des Vollmonds am 29., was die visuelle Beobachtung schwächerer Meteore erschwert. Radio-Beobachter – eine in der UAI weit verbreitete Methode – können die Aktivität ohne jegliche Mondeinschränkung überwachen. Die erste Monatshälfte, wenn der Strom bereits teilweise aktiv ist, bietet die besten Bedingungen für visuelle Beobachtungen mit dunklem Himmel.
  • Nebenströme und Perseiden-Vorspiel — Die UAI-Meteorensektion weist auf folgende weitere Ströme hin: Mu-Lyriden und Kappa-Lyriden (Radiant günstig für die Nordhalbkugel, gelegentlich helle Meteore vor der Morgendämmerung); Xi-Perseiden und Theta-Perseiden (direktes Vorspiel auf die Perseiden im August, Radiant in der Region des Perseus); Zeta-Drakoniden, Juli-Gamma-Drakoniden und Omikron-Drakoniden (zirkumpolare Ströme, wissenschaftlich interessant); Omikron-Schwaniden (Radiant eingebettet in die Milchstraße des Schwans). Mit fortschreitendem Monat beginnt auch die Perseidenaktivität spürbar zu werden: Bereits ab Mitte Juli können erste schnelle Meteore aus Richtung Perseus als schönes Vorspiel auf das große August-Maximum beobachtet werden.

Beobachtungsstrategie 2026: Visuelle Sessions auf die erste Monatshälfte (10.–20. Juli) nach Mitternacht konzentrieren, wenn die Erde in Richtung ihres Bahnvektors orientiert ist und die meisten Meteoroide abgefangen werden. Die Alpha Capricorniden überraschen jederzeit im Monat mit Feuerbällen, auch bei Mondlicht. Für Videoerfassung der gesamten nächtlichen Meteoraktivität ist eine Fixkamera mit Fischauge oder Weitwinkel (24 mm oder kürzer), auf den Zenit ausgerichtet, das ideale Setup für Timelapse-Aufnahmen der ganzen Nacht.


Deep-Sky im Juli: Sommermilchstraße, Schütze und Skorpion

Die Woche rund um den Neumond am 14. Juli ist das beste Beobachtungsfenster des Monats – und eines der besten des Jahres – für die Sommermilchstraße. Anders als im Juni, wo die Kürze der Nächte und die anhaltende Dämmerung den Zugang zum Schützen einschränkten, erreicht der galaktische Kern im Juli in Norditalien in den zentralen Nachtstunden beachtliche Höhen über dem Südhorizont. Die Nächte sind bereits 40–50 Minuten länger als zur Sonnenwende.

  • Sommermilchstraße – galaktischer Kern — Das Feld zwischen Schütze, Sobieski-Schild und Adler ist der Bereich größter Sterndichte am borealen Himmel. Mit einem 10×50-Fernglas oder einem Weitfeld-Teleskop treten Sternwolken, Emissionsnebel und überlagerte Sternhaufen hervor, die ihresgleichen suchen. Für Weitwinkel-Astrofotografie (≤50 mm) ist Juli der ideale Monat für die Milchstraße in Norditalien, mit dem galaktischen Kern gut auf dem Meridian zwischen 0:00 und 2:00 Uhr.
  • M8 (Lagunennebel) und M20 (Trifidnebel) — Die zwei meistfotografierten Nebel des Schützen werden nun zugänglich. Sie erfordern einen freien Südhorizont (sie kulminieren bei ca. 18°–22° Höhe auf Breiten von 44°–46°N) und profitieren von H-alpha-Schmalband-Filtern, um die atmosphärische Extinktion am Horizont auszugleichen.
  • M22 (Kugelsternhaufen im Schützen) und M24 (Kleine Sagittarius-Sternwolke) — M22 ist einer der reichsten Kugelsternhaufen des Himmels, häufig unterschätzt im Vergleich zu M13; M24 ist ein astronomisch außergewöhnliches Feld, das bei geringer Vergrößerung und breitem Gesichtsfeld am besten wirkt. Beide im Juli ideal positioniert.
  • M11 (Wildentenhaufen) — Im Sobieski-Schild, am Rand der Sommermilchstraße, ist er einer der reichsten offenen Sternhaufen des Himmels: Mit einem 80–100-mm-Teleskop löst er in Hunderte von Sternen auf einem Feld von ca. 14' auf – visuell wie fotografisch beeindruckend.
  • M4, M6, M7 (Skorpion) — Der Skorpion steht in den frühen Nachtstunden hoch am südlichen Horizont. M4 ist der uns nächstgelegene Kugelsternhaufen (~7.200 Lichtjahre), M6 (Schmetterlingshaufen) und M7 sind helle offene Sternhaufen mit reicher Struktur, ideal für Fernglas oder Teleskop bei geringer Vergrößerung.
  • M13 (Herkules) — Noch gut positioniert an den Juliabenden, bleibt der große Kugelsternhaufen im Herkules der Referenzpunkt für alle, die über mehrere Nächte hinweg Belichtungszeit mit einem apochromatischen Refraktor sammeln wollen. Die hohe Position nahe dem Zenit minimiert die Extinktion und macht ihn zum idealen Objekt für akkumulierende Sessions rund um den Neumond.

Die optimale Strategie für Juli: Zenitobjekte und Südhimmel kombinieren – mit M13 und der Leier (M57, Ringnebel) beginnen, während der Himmel nach Sonnenuntergang dunkel wird, dann ab Mitternacht zum Schützen und Skorpion schwenken, wenn der galaktische Kern auf dem Meridian steht. H-alpha-Schmalband-Filter (7 nm oder enger) gleichen effektiv sowohl die Restabenddämmerung in den frühen Nachtstunden als auch den Kunstlichthintergrund an Beobachtungsorten in der Po-Ebene und Küstennähe aus.


Häufige Fehler vermeiden

  • Jupiter im Julihimmel suchen: Er ist den gesamten Monat vollständig unsichtbar – am 29. Juli steht er in Sonnenkonjunktion. Er kehrt erst ab August an den Morgenhimmel zurück.
  • Das Neumondfenster am 14. Juli verpassen: Es ist das beste Deep-Sky-Fenster des Monats und fällt in den Hochsommer, mit Nächten, die bereits länger als zur Sonnenwende sind. Nicht auf kühleres Wetter warten – dieses Fenster kehrt nicht zurück.
  • Die Morgenszenerie am 11. Juli übersehen: Mond, Mars und die Plejaden im selben Fernglas-Gesichtsfeld sind ein seltenes visuelles Ereignis, das kein Teleskop erfordert. Nur 15 Minuten im Freien mit freiem Osthorizont vor der Morgendämmerung genügen.
  • Von den Südlichen Delta Aquariden hohe Zahlen erwarten: Ihr Höhepunkt am 30.–31. Juli fällt mit nahezu Vollmond zusammen. Die produktivsten Beobachtungen finden in der ersten Monatshälfte statt, wenn der Strom aktiv, der Himmel aber noch dunkel ist.
  • Die Alpha Capricorniden ignorieren, während man auf die Perseiden wartet: Die langsamen, hellen Feuerbälle dieses Stroms überraschen alle, die Ende Juli draußen sind – auch bei Mondlicht. Alles mit der Fixkamera dokumentieren.
  • M8 und die Nebel des Schützen ansteuern, ohne den Südhorizont zu prüfen: Auf Breiten Norditaliens (44°–46°N) kulminieren sie bei nur 18°–22° über dem Horizont. Ein auch kleines Hindernis nach Süden kann die gesamte Session zunichtemachen.
  • Venus am Abendhimmel für erste Planetenphasen-Beobachtungen nicht nutzen: Juli 2026 ist einer der besten Zeitpunkte des Jahres, um die Phase der Venus am Teleskop zu sehen. Der Planet steht hoch, leuchtet hell, und die Phase ist bereits mit einem 60-mm-Refraktor bei 50-facher Vergrößerung gut erkennbar.

Juli 2026 ist der Monat des Übergangs: Die Nächte werden länger, die Sommermilchstraße erreicht ihren Höhepunkt und der Veranstaltungskalender verteilt Beobachtungstermine vom Morgengrauen bis in die Abenddämmerung – von Saturn und Mars im Morgenrot bis zu Venus und Mond nach Sonnenuntergang, über das Aphel der Erde, die Beinahe-Bedeckung von Antares und das meteorische Vorspiel des Sommers. Der Countdown läuft auf den August 2026 zu, in dem die totale Sonnenfinsternis am 12., die Rückkehr Jupiters und das Perseiden-Maximum einen der astronomisch intensivsten Monate des Jahres versprechen – aber Juli verdient bereits den Liegestuhl und das Fernglas vor der Haustür.

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